In Grambin und Mönkebude tun sich nun erste Blicke aufs weite Wasser auf – wohlgemerkt, noch nicht die Ostsee. Am anderen Ufer des Haffs liegt bereits die Insel Usedom, ein reizvoller und zugleich anspornender Ausblick. Reizvoll aber auch die Haffwiesen des Anklamer Stadtbruchs entlang des Weges zwischen Bugewitz und Anklam. Das Land neben dem auf einem Deich laufenden Weg ist noch jung und entstand nach einer Naturkatastrophe. Im November 1995 brach bei einer Sturmflut der Deich zum Haff und das Land stand weithin unter Wasser. Doch anders als in den Jahrhunderten zuvor zog es sich nicht wieder zurück. Jahrzehntelanger Torfabbau und anhaltende Entwässerung hatten den Boden absacken lassen. Ein Tauziehen um die Zukunft der überschwemmten Haffwiesen begann. Das Ergebnis war schließlich ein Erfolg für die Natur: Aufgabe der Wiesennutzung, Deichrückverlegung und Natur Natur sein lassen.
Plötzlich gleitet ein großer Schatten über den Boden – ein Storch. Adebar ist nicht nur im Gebiet um Anklam, sondern im ganzen Peenetal, keine Seltenheit. Der große Vogel lieferte einem Anklamer Anstöße zu ersten revolutionären Versuchen: Otto Lilienthal, 1848 in der Stadt geboren. Im Peenetal studierte er gemeinsam mit seinem Bruder Gustav das Flugverhalten der Störche. Beide sammelten so erste grundlegende Erkenntnisse des Gleitfluges. Als Praktiker wandten sie diese Erkenntnisse sofort in der Realität an. So unternahmen sie in der Umgebung von Anklam auch erste Flugversuche – aus Angst vor Gespött heimlich des Nachts. Nahe des Bahnhofs wird im Otto-Lilienthal-Museum die Erinnerung an den großartigen Pionier wach gehalten.
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