1000 Jahre zurück. Es gibt mehr Wald als heute, und die Menschen siedeln an Seen, Flüssen und Talrändern. Ihre Häuser bestehen aus Holz. Bei manchen sind dicke Holzbohlen aufeinander gesetzt, andere besitzen Flechtwände. Das Dach besteht aus Stroh. Rauch steigt aus einem Lehmkuppelofen, und es duftet nach frisch gebackenem Brot. Die Menschen sprechen slawisch und gehören zum Stamm der Ukranen. Auf der träge dahin fließenden Uecker, gleich neben der Siedlung, legt ein hölzernes Schiff an. Fischer steigen an Land, die Netze prall gefüllt. Für die Menschen sind Fische ein wichtiger Bestandteil des Speisezettels – die Uecker ist reich an Fischen.
Die Zeitreise 1000 Jahre zurück ist für Radfahrer ein Leichtes: In Torgelow links vom Radfernweg abgebogen, ist die vor einigen Jahren peu à peu aufgebaute Siedlung „Ukranenland“ erreicht. Nach archäologischen Befunden rekonstruierte Wohnhäuser sind hier ebenso zu sehen wie mehrere Schiffe. Und wer möchte, kann selbst töpfern, filzen oder Getreide mahlen und aus dem Mehl Brot backen. So gestärkt kann es weiter gehen, in den Naturpark Am Stettiner Haff. Dieser umfasst sowohl das ausgedehnte Waldgebiet der Ueckermünder Heide wie das Stettiner Haff, das in Ueckermünde erreicht ist. Wer bislang noch keinen Seeadler gesehen hat, wird ihm hier sicher begegnen. Beim Kranich ist es ähnlich. Ein besonderes Naturschauspiel sind die auf den Haffwiesen oder in Flachwasserbereichen rastenden Wildgänse im Herbst.
Ueckermünde besitzt einen gut erhaltenen historischen Kern, der seinen Reiz durch die vorbei fließende Uecker erhält. Wer also den Tag ausklingen lassen möchte, hat die Qual der Wahl: Frische Haffluft am Hafen oder gemütliche Kleinstadtatmosphäre am Marktplatz?
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