„Ein tosender Bach, unter einem mächtigen Eispanzer, hier, vor 17000 Jahren?“ Der am Weg stehende Ranger des Naturparks Barnim begleitet eigentlich eine Wanderergruppe, die gerade eine Pause macht. Der Ranger bemerkt die Verwunderung und bekräftigt nochmals seine Worte: „Das Biesenthaler Becken hat sich unter der bis zu 1000 Meter dicken Eisdecke entwickelt. Ein reißender Schmelzwasserbach lagerte Sand und Geröll ab und formte damit dieses weithin einzigartige Gelände, in dem sich heute Wiesen, kleine Wälder, Hügel, Seen und Bäche ständig abwechseln.“ „Kraniche fühlen sich hier ebenso heimisch wie Eisvögel“, fügt er noch hinzu. Natur pur also.
Diese besondere Natur lockte einstmals die Brandenburger Landesherren in die Region, genauer in die Schorfheide. Am Werbellinsee liegt das Herz des größten Waldgebiets von Brandenburg. Hier trafen sich Könige und sogar Kaiser, um ihr Jagdglück herauszufordern. Der den Neuerungen der Zeit aufgeschlossene Kaiser Wilhelm II. ließ sich einen eigenen Bahnhof errichten. Den Haltepunkt „Kaiserbahnhof“ steuern heute auch Touristen an, die auf dem Radfernweg „Tour Brandenburg“ das Kloster Chorin, das Schiffshebewerk Niederfinow oder die Schorfheide erkunden möchten. Am alten Joachimsthaler Wasserturm wartet die Krönung der Tour – und das ganz entspannt, denn es geht im Fahrstuhl auf die 27 Meter hohe Aussichtsplattform. Dann kann der Blick über den scheinbar endlosen Wald der Schorfheide schweifen – bei guter Sicht sogar zurück bis Bernau und Berlin.
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